Innenputz

Innenputz ist der auf Wände und Decken im Inneren eines Hauses aufgebrachte Putz. Er soll eben, wasserdampfdurchlässig und leicht saugend sein und sich als Untergrund für Anstriche und Tapeten eignen.

Innenputz soll im Mittel 15mm dick sein, die zulässige Mindestdicke ist 10mm.

Materialien für Innenputze sind:

Gips, Kalk, Lehm, Kalk-Zement, Gips-Kalk

Kalkputz und Kalkfarbe zeigen Schimmel die kalte Schulter

Die Gefahr durch Schimmelpilze in der Wohnung steigt und steigt.
Die entscheidenden Gründe für die Zunahme dieses Problems sind
zum einen die hermetische Abdichtung moderner Gebäude bei
gleichzeitiger Vernachlässigung der Lüftung sowie der weit
verbreitete Einsatz von Wandputzen und Wandfarben, die den
Schimmel begünstigen. Dazu kommen noch Baufehler, wie
beispielsweise Wärmebrücken.

Die Gefahr geht vor allem von Pilzsporen aus. Nicht nur unsere Haut und die Schleimhäute können schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie können Lungenentzündungen auslösen, ja sogar zu Lungenkrebs und Gelbsucht führen. Sind die Pilzsporen erst mal in der Lunge, können dort Schimmelkulturen entstehen und weiterwachsen. Und nicht nur dort, sie können auch in andere Organe gelangen und Nieren, Herz sowie das Nervensystem schädigen.

Die bekannte Erscheinung von Schimmel in Wohnungen, diese watteartige Schicht, sind in Wirklichkeit nur die Träger der Pilzsporen. Das Abwischen dieser Schicht bringt nur eine kurzzeitige Verbesserung, da der Schimmel meist in den Untergrund eindringt, und so nicht entfernt wird. Die einfachste und wirkungsvollste Art, Schimmel dauerhaft aus der Wohnung fernzuhalten, ist die Verwendung von Kalkputz und Kalkfarbe. Schimmelpilze können auf Kalkputz nicht überleben, da er alkalisch ist.

Gebrannter Kalk ist seit der Antike als effektives Baumaterial bekannt. Ohne Kalk gebe es weder die chinesische Mauer noch die Cheopspyramide. Auch in der römischen Baukultur nehmen Kalkputz und Kalkfarbe eine Schlüsselstellung ein. Von der römischen Villa bis zur prachtvollen Freskenmalerei. Und schon die Römer wussten, dass Kalkputz und Kalkfarbe die beste und natürlichste Methode sind, Schimmel aus Wohnräumen fernzuhalten. Diese Vorteile von Kalk gerieten im Mittelalter wieder in Vergessenheit. Lediglich Bauern nutzten noch vielfach das Tünchen mit Kalk zur Desinfektion und Schimmelvorbeugung. Erst in unserer Zeit wurde Kalkputz als idealer Schutz und zur herausragenden dekorativen Gestaltung wiederentdeckt. Kalkputz ist widerstandsfähig, desinfizierend und eignet sich darüber hinaus ganz hervorragend für dekorative Oberflächen.

Doch Kalkputz ist nicht gleich Kalkputz, Kalkfarbe ist nicht gleich Kalkfarbe. Es ist entscheidend, dass keine chemischen Zusätze verwendet werden und dass die Inhaltsstoffe voll deklariert werden.

Funktion
Putz dient zur Herstellung eines angenehmen Erscheinungsbildes bei sichtbaren Flächen, zum Schutz dieser Flächen vor schädlichen Einwirkungen und als Grundlage für weitere Schutz- und Dekorschichten, etwa Fliesen oder Tapeten. Außerdem erfüllt er bauphysikalische Funktionen: Regulierung der Luftfeuchtigkeit durch das Aufnehmen und Abgeben von Wasser, Wärmedämmung, Schutz von Bauteilen vor Wasser (bei Außenputz), Abdichten von wasserberührtem Mauerwerk z. B. in Schwimmbecken oder Klärbecken.

Manche Putze haben eine besondere ästhetische Funktion. So etwa das Fresko, bei dem der noch frische Putz bemalt wird. Dabei dringt die Farbe tiefer in das Trägermaterial ein als bei anderen Techniken der Malerei, was zu besonders langer Haltbarkeit der Kunstwerke führt. Auch der Stuckmarmor oder Stuckolustro ermöglicht aufwändige Gestaltungsvarianten. Hierbei wird durch Zugabe von bestimmten Zusatzstoffen und Pigmenten und anschließendes Polieren und Wachsen der obersten Putzschicht eine marmorähnliche Oberfläche geschaffen.

Eine besondere bauphysikalische Funktion erfüllen z. B. Wärmedämmputzsysteme, die meist aus einer dickeren wärmedämmenden Schicht und einer dünnen Oberbeschichtung bestehen, Akustikputze, die besonders viel Schall absorbieren, oder Sanierputze, die für durchfeuchtetes, salzhaltiges Mauerwerk geeignet sind.

Moderne Leichtputze oder Ultra-Leichtputze wurden entwickelt, um damit die immer leichteren und hochdämmenden Wandbildner zu verputzen.

Verarbeitung
Putz kann maschinell oder von Hand aufgetragen werden. Je nach Oberflächenbeschaffenheit des fertigen Putzes spricht man von Reibe-, Struktur- oder Streichputz. Durch unterschiedliche Korngröße der Zuschlagstoffe und durch unterschiedliche Behandlung des frischen Putzes (Glattziehen, Kellenstriche, Kratzen, Kehren,...) entstehen unterschiedliche Effekte.

Meist besteht ein Putzsystem aus mehreren Schichten. Mineralische Putze werden in der Regel in einer eher dickeren Schicht (etwa 1,5 cm) angeworfen und können so als Ausgleichsschicht für Unebenheiten in der Oberfläche genutzt werden. Viele Kunststoffputze, die den äußeren Abschluss eines Wärmedämmsystems bilden, werden dagegen sehr dünn aufgezogen.

Um die Bildung von Rissen im Putz zu verhindern und dessen Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, kann eine Armierung (Bewehrung) hilfreich sein. Hierzu wird z. B. Glasfasergewebe in die Putzschicht eingearbeitet.

Gestaltungsmöglichkeiten mit Kalkputz
   

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